Gästeführungen in Würzburg & Weinland während der Corona-Pandemie

Wir Würzburger Gästeführer*innen sind froh, dass trotz der andauernden Corona-Pandemie Touren in Würzburg und Region wieder möglich sind. Innenbesichtigungen der Residenz und der Kirchen in der Altstadt sind zwar noch nicht wieder erlaubt, aber es gibt genug Alternativen, die Stadt und das Weinland zu genießen! Zum Gesundheitsschutz aller gelten bis auf Weiteres folgende Bedingungen:

  • Teilnehmerhöchstgrenze: für Stadtführungen vorläufig max. 20 Personen (exklusive Gästeführer).
  • Der Mindestabstand von 1,5 Metern (sofern nicht aus einem Haushalt) muss während der ganzen Führung eingehalten werden
  • Eine Mund-Nasenbedeckung der Teilnehmer und des Gästeführers im Außenbereich ist nicht verpflichtend, wird aber empfohlen
  • Die Teilnahme an Führungen muss dokumentiert werden
  • In der Altstadt finden derzeit keine Innenbesichtigungen statt.
  • Aus Sicherheitsgründen wird auf das Herumreichen von Gegenständen und das Berühren von Tastmodellen verzichtet.

Sollten Sie damit einverstanden und gesund sein, heiße ich Sie in Würzburg und dem Weinland herzlich willkommen und erwarte gerne Ihre Anfrage für eine Führung in der Stadt, in den Weinbergen oder bei Höfer Sekt. In der Saison 2020 müssen wir halt alle ein wenig flexibel und spontan sein. Danke für Ihre Kooperation!

Link zur 6. Bayerischen Infektionsschutzverordnung:

https://www.gesetze-bayern.de/Content/Document/BayIfSMV_6/true?AspxAutoDetectCookieSupport=1

Kulturmedaille der Stadt Würzburg 2011 für den Würzburger Gästeführerverein

Kulturmedaille der Stadt Würzburg 2011 für den Würzburger Gästeführerverein

Am 8. Dezember 2011 wurde dem Würzburger Gästeführerverein die mit 5.000 Euro dotierte Kulturmedaille der Stadt Würzburg verliehen. Die Auszeichnung würdigt das langjährige Engagement der Vereinsmitglieder und setzte den Jubiläumsfeiern zur 10-jährigen Vereinsgründung die Krone auf. Zur festlichen Preisverleihung im Mainfranken-Theater Würzburg waren hunderte Gäste aus Politik, Tourismuswirtschaft und Gesellschaft geladen.

IMG_2165In der Begründung hieß es, die Stadt wolle mit der Kulturmedaille „öffentliche Anerkennung zeigen und Dank sagen für die seit zehn Jahren kontinuierliche, vielfältige und phantasievolle Arbeit des Gästeführer-Vereins, dessen Mitglieder den Ruf und das Bild unserer Stadt entscheidend mitprägen”. Oberbürgermeister Georg Rosenthal führte in der Festansprache weiter aus: „Wir zeichnen damit einen Verein aus, dessen Ziel es ist, durch fachkundige und spezifische Führungen den Besuchern die Geschichte ihrer Stadt und ihre Entwicklung auf eindrucksvolle und lebendige Weise nahe zu bringen.“

IMG_2168Als Laudator für den Gästeführerverein war Dr. Peter Oettinger gebeten, Tourismusdirektor des städtischen Eigenbetriebs Congress-Tourismus-Wirtschaft (CTW), der auch immer die Grundausbildung der Stadtführer übernimmt. Eine Ausbildung, die ein anspruchsvolles Pensum an inhaltlichen, methodischen und didaktischen Kursen umfasst. In der Folge führe dies zu „qualifizierten Gästeführungen“, die als wichtiger Beitrag für die weitere Imageprofilierung Würzburgs als Kultur-, Kongress- und Tourismusstadt zu werten seien, sagte Oettinger in seiner Laudatio.

IMG_2124Und weiter: „Kaum eine andere Person als der Gästeführer hat nämlich stärkere Möglichkeiten, den Besuchern nachhaltige Eindrücke zu vermitteln. Ihm kommt deshalb die Rolle eines Repräsentanten dieser Stadt zu“. Oettinger betonte in diesem Zusammenhang die enorme wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus für die 130.000-Einwohner-Stadt mit ihren bedeutenden Kirchen, der Festung Marienberg und dem UNESCO-Welterbe Residenz.

Weit über die Stadt hinaus bekannt ist der Würzburger Gästeführer e. V. vor allem mit zwei Projekten: Seit 2005 lockte er mit den „Stadt(ver)führungen“ insgesamt mehr als 5.000 Gäste immer sonntags zu wechselnden Themenführungen nach Würzburg. Deren Inhalte seien das Ergebnis intensiver Recherchearbeit und mit dem nötigen Gespür für die speziellen Interessen der jeweiligen Zuhörer professionell präsentiert, so der Laudator: „Ein wertvolles kulturhistorisches Bildungsangebot mit einem nicht enden wollenden Themen-Feuerwerk!“ Aber auch mit seinen Spendenprojekten zum jährlichen, vom Bundesverband der Gästeführer initiierten „Weltgästeführertag“ hat sich der Verein einen Namen gemacht. Die bei den Führungsteilnehmern an diesem Aktionstag gesammelten Spenden hat der Verein immer einem kulturellen Zweck in der Stadt zugute kommen lassen. Dabei sind auch mit der Unterstützung von Sponsoren in den vergangenen 10 Jahren fünfstellige Spendengelder zusammen gekommen.

IMG_2136Beispielsweise konnten folgende Projekte finanziert werden, die ganz bewusst einen direkten Bezug zur Arbeit der Würzburger Gästeführer haben: Reparaturen und Restaurierungen an zentralen Brunnen der Stadt, die Erstellung eines Tastmodells für Blinde und Sehbehinderte von der Alten Mainbrücke, die Neugestaltung des Dokumentationsraum zur Zerstörung Würzburgs, oder die Restaurierung einer wertvollen Fayence aus dem Mainfränkischen Museum. Zum Abschluss seiner Laudatio bedankte sich Tourismusdirektor Oettinger bei den Mitgliedern des Würzburger Gästeführervereins ausdrücklich für ihren „geschätzten Beitrag als Botschafter der Stadt“ mit den Worten: „Würzburg zählt auf Sie!“

IMG_2141Vor zehn Jahren hat Angela Carbone-Gross den Würzburger Gästeführerverein gegründet und ihn von Anfang an zum Mitgliedsverein im BVGD gemacht. Künftig wird Johannes Wohlfahrt der neue Vorsitzende sein. Die Kulturmedaille nahm jedoch die langjährige bisherige Vorsitzende Sonja Wagenbrenner entgegen und bedankte sich im Namen der Mitglieder für die Ehrung. „Wir Gästeführer verstehen uns in der Tat als professionelle Dienstleister und auch als gleichwertige Partner im Tourismus“, sagte sie in ihren Dankesworten. „Doch gut sein können wir auch nur, wenn wir Gut haben.“ Deshalb richtete sie ihren Dank zuallererst an die Stadt und alle Institutionen, die sich unermüdlich für den Erhalt des lokalen Kulturguts einsetzten. Auch für die Zukunft wünschte sie sich ein konstruktives Klima der Zusammenarbeit, vor allem, wenn es um ein gemeinsames Ziel gehe: Nämlich die Gäste Würzburgs zufrieden zu stellen und sie zum Wiederkommen zu animieren.

IMG_2188Zum Beruf des Gästeführers gehöre aber nicht nur Professionalität, so Wagenbrenner weiter, sondern auch eine ganz persönliche Art der Vermittlung und natürlich die Begeisterung für die eigene Heimat. All das – und auch ein Quentchen Idealismus – könne dazu anspornen, immer ein wenig mehr zu leisten als gerade mal nötig. Zuletzt sprach sie noch eines ihrer Leitmotive als langjährige Vorsitzende an: „Mein Ziel ist es immer gewesen, unter uns vielen selbständig tätigen Gästeführern, die auf der Straße ja alle irgendwie Einzelkämpfer sind, auch eine Gemeinschaft zu schaffen. Eine Gemeinschaft, in der man im Zweifel auch ein wenig Nestwärme findet.“

Text: Sonja Wagenbrenner, Fotos: Johannes Goldbach